Nach dem Zeitungsartikel in der Luzerner Zeitung vom 12. Juni 2004 sind Diskussionen über die Wasserqualität der Reuss aufgetreten. Im allgemeinen geht man bei jeder Wassersportart ein gewisses Risiko einer Magenverstimmung ein. Es kann also vorkommen, dass nach der Ausübung der sportlichen Betätigung in einem Fluss, See, Freibad oder Hallenbad einige Leute erkranken. Man muss sich bewusst sein, dass dieses geringe Risiko jeder selber trägt, der an solchen Sportarten teilnimmt. Das OK des Vereins Reussschwimmen hat keinerlei Einfluss auf die Wasserqualität in der Reuss und ist für eine Erkrankung nicht verantwortlich. Bei wenig Wasser ist das Risiko einer Erkrankung geringer und bei Hochwasser grösser.
Im unteren Teil zwei Zeitungsausschnitte betreffs der Wasserqualität in unseren Gewässern.
Nach starken Regenfällen
geht man lieber ins Chlorwasser Schwimmbad

AargauerZeitung


«Die Qualität des Badewassers ist in allen Seen gut», schreibt das Kantonale Labor Zürich auf seiner Homepage. Und. «Es kann im ganzen Kanton ohne Einschränkungen gebadet werden.» Gemäss Alfred Besel, Bereichsleiter Trink- und Badewasser am Kantonalen Labor, bestimmen , mikrobiologische Untersuchungen den Grad der Verunreinigung durch Fäkalien. Daraus ergibt sich ein Hinweis auf möglicherweise vorhandene, krankheits-erregende Bakterien und Viren. Das Badewasser wird dabei in die vier Qualitätsklassen «A», «B», «C» und «D» eingeteilt. Dabei gelten «A» und «B» als gut; eine gesundheitliche Beeinträchtigung ist nicht zu erwarten. «C» bedeutet akzeptabel; eine Beeinträchtigung ist nicht auszuschliessen. Man sollte nicht tauchen und sich nach dem Baden gut abduschen. «D», zu guter Letzt, ist ein Warnsignal: Baden ist mit einem gesundheitlichen Risiko verbunden.
Am Zürichsee hat das Kantonale Labor 26 Badestellen untersucht, die alle mit der Bestnote «A» bewertet wurden. Ebenfalls Bestnoten erhielten die drei untersuchten Badestellen am Pfäffikersee und am Katzensee. Der Greifensee, problematisch für Fische (siehe Haupttext), erhielt für zehn der zwölf untersuchten Badestellen ein «A», für, die letzten bei den Stellen hingegen je ein «B» und ein «C» *
Bei den Bewertungen handle es sich um Momentaufnahmen, sagt Besel: Vor allem nach Regenfällen kann sich die Situation rasch verschlechtern, wenn Jauche und Kot von Wiesen und Feldern abgeschwemmt werden oder die Kanalisation überläuft. »

Generell empfiehlt Besel beim Baden in Seen, das Herunterschlucken von Wasser möglichst zu vermeiden. Wegen Zerkarien (Entenflöhe) ist eine gründliche Dusche nach dem Bad ratsam. Und: Nach starken Regenfällen besser auf das Baden in Seen, und Flüssen verzichten.

In den Schwimmbecken der Freibäder tummeln sich neben Badegästen neuerdings immer öfter auch Harnstoffe.

Tages-Anzeiger

Schwimmbecken sind beliebte Tummelplätze von Bakterien. Neu daran ist: Vor allem die Harnwerte sind bedenklich hoch. So wiesen im vergangenen Jahr im Kanton Zürich 55 Prozent der Badewasserproben einen überhöhten Harnstoffgehalt auf Im Jahr zuvor hatten nur 28 Prozent den Richtwert Überschritten. Ein hoher Harnstoffwert zeigt an, dass die Desinfektion nicht funktioniert. Dann können sich Mikroorganismen wie Salmonellen oder Shigellen breit machen, die zu Durchfall, Erbrechen und Fieber führen.
Welches Freibad im Kanton Zürich im letzten Jahr den höchsten Harnstoffwert aufzeigte, will das Kantonale Labor nicht bekannt geben. Grund für die markant höheren Werte seien jedoch die veränderten Badegewohnheiten der Gäste: Harnstoff wird nämlich nicht nur über den Urin ausgeschieden, sondern auch zu je einem Drittel über Schweiss und über Sonnenschutzmittel.
Wer heute ins Schwimmbad geht, treibt dort oft auch Sport, schwitzt stark und schützt sich im Vergleich zu früher glücklicherweise auch besser gegen Sonnenbrand. Doch vor dem Sprung ins Wasser verzichten viele Badegäste auf die reinigende Dusche. Inzwischen ist es unter jugendlichen sogar cool, in Unterhosen und Strassenshorts ins Wasser zu springen. Die Konsequenz: Viele Bäder können die Richtwerte für den Harnstoff nicht mehr einhalten.
Nicht zu viel und nicht zu wenig Chlor Verantwortlich für die Sauberkeit sind die Bademeister. Sie müssen laut Vor­schrift pro Gast täglich mindestens 3o Liter Frischwasser nachspülen an heisse Tagen, bei extremem Besucherandrang, ist die fünffache Menge nötig, um die Richtwerte für Harnstoffe einzuhalten. Ausserdem liegt es an den Bademeistern, morgens abzuschätzen, wie viele Gäste zu erwarten sind. Bei grossem Andrang müssen sie die Chlorkonzentration erhöhen. Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt: Zu viel Chlor gefährdet die Gesundheit, zu wenig fördert die Vermehrung unerwünschter Keime. Hat sich der Bademeister verrechnet, muss er verstärkt Frischwasser zuführen was jedoch das Wasser abkühlt und Badegästen nicht gefällt.
Ungeduschte Körper tragen unzählige Keime mit ins Wasser, die sich dort wie im Paradies fühlen. Die Verschmutzung durch Dreck, Kosmetika, Schweiss und Schuppen zwingt viele Bademeister, gegen Abend eines Badetages eine so genannte Stosschlorierung zu machen. Damit spalten sie das gebundene Chlor das so genannte Chloramin, das auch gesundheitliche Schäden verursachen kann wieder auf. Grundsätzlich gilt je mehr Schmutzstoffe im Wasser sind, desto mehr gebundenes Chlor entsteht. Empfindliche Nasen riechen es, empfindliche Augen röten sich. Das gebundene Chlor kann zu Unwohlsein, Schwindel und Atemnot führen un sogar Krebs erregen. Es setzt Gase frei und schädigt die Lungen.
Mehr Duschen!
Sportämter und Kantonschemiker wollen nun Hygienekampagnen starten. Doch damit ist es nicht getan., Es müssen architektonische Massnahmen getroffen werden. So könnten zum Beispiel Hecken am Poolrand verhindern, dass Badegäste von aussen direkt ins Wasser springen. An den Durchgängen müssten Duschen permanent in Betrieb sein, damit niemand trocken an den Pool gelangt. Und Toiletten sollten in der Nähe des Pools stehen mit dazwischenliegenden Duschen.
Wie gut die Qualität des Badewassers ist, können kritische Badegäste übrigens auch selber beurteilen: Riecht das Wasser unangenehm nach Chlor, stimmt die Entkeimung nicht. Und: Das Wasser sollte so klar sein, dass man auf den Grund sieht.